Begriffsklärungen

Auf dieser Seite möchte ich wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Sonnenteleskopen und Sonnenbeobachtung abklären.

Öffnung

Die Öffnung des Sonnenteleskops (also der Durchmesser der Frontlinse) ist wie bei jedem Teleskop ein Maß für die erreichbare Auflösung. Je größer die Öffnung ist, desto feinere Details können beobachtet oder fotografiert werden. Leider steigen die Preise überproportional zum Öffnungsdurchmesser an, so dass man einen persönlichen Kompromiss finden muss. Allerdings zeigen schon die allerkleinsten Sonnenteleskope erstaunlich viele Details und bringen viel Freude bei der Beobachtung.

Blockfilter

Im Inneren des Sonnenteleskops befindet sich der Blockfilter, der die Helligkeit des Abbilds weiter reduziert. Für rein visuelle Beobachtungen ist ein kleine Filter (10mm, auch als BF10 bezeichnet) völlig ausreichend, für die Fotografie sollte dagegen ein größeres Maß gewählt werden.

Etalon / Double Stack

In einem Etalon-Filter wird durch Interferenz ausschließlich eine bestimmte Wellenlänge des Lichts der Sonne (die H-alpha Linie um 656 Nanometer) durchgelassen und der Rest gesperrt. Nur so können die Strukturen der Sonnenoberfläche im H-Alpha-Licht überhaupt beobachtet werden. Die Halbwertsbreite eines Etalon-Filters liegt dabei üblicherweise etwa bei 0,7 bis 0,8 Ångström.

Ordnet man zwei Etalon-Filter hintereinander an, so wird dies als Double-Stack bezeichnet. Die Durchlass-Bandbreite für das Licht reduziert sich auf etwa 0,5 Ångström, was zu einer spürbaren Kontraststeigerung bei den beobachteten Details führt.

Vergrößerung

Die maximale Vergrößerung bei einem Sonnenteleskop wird auch hier durch den Objektivdurchmesser bestimmt. Allerdings bewirkt die starke Wärmestrahlung der Sonne durchgehend von den Luftschichten bis hin zum Tubusinneren eine Reduktion des Seeings, was dazu führt, dass die maximale Vergrößerung selten sinnvoll einzusetzen ist.

Ein typisches 3-fach Okularset für Sonnenteleskope hat z.B. Brennweiten von 10mm, 18mm und 25mm, womit je nach Teleskopgröße unterschiedliche Vergrößerungen möglich sind. Eine ev. dazugehörige Barlow-Linse kann die Brennweite der Okulare halbieren (also die Vergrößerung verdoppeln), dient aber üblicherweise dazu, auch mit einer Kamera in den Fokus zu kommen.

Okulare

Als Okular für ein Sonnenteleskop kann prinzipiell jedes Okular verwendet werden. Die als Spezial-Okulare für Sonnenteleskope verkauften Okulare habe weniger Linsen und eine besonders hochwertige Beschichtung, um die okular-internen Reflektionen auf ein Minumum zu reduzieren und sind deshalb tatsächlich gut einzusetzen.

Fotografie

Für die Sonnenfotografie gelten die selben Richtlinien wie für die Astrofotografie. Als Kamera kann man prinzipiell jede Kamera verwenden, die sich anschließen lässt. Allerdings haben monochromatische Kameras (schwarz-weiss) den Vorteil, dass bei Ihnen keine Farbfilter vor den Pixeln angebracht sind und sie dadurch deutlich kürzere Belichtungszeiten ermöglichen, was im Sinne des ‚Lucky Imaging‘ eine bessere Bildausbeute ermöglicht.

Kommt man mit der vorhandenen Kamera am Sonnenteleskop nicht in den Fokus, so hilft fast immer der Einsatz einer Barlow-Linse vor der Kamera. Diese reduziert allerdings das Bildfeld, so dass man u.U. das Gesamtbild als Panorama aus mehreren Einzelbildern zusammensetzen muss.

Die Sonne im Weißlicht

Auch im Weißlicht können mit geeigneten Filtern schöne Sonnenbeobachtungen gelingen, allerdings bleiben hier die Protuberanzen auf der Sonnenoberfläche unsichtbar. Sonnenflecken dagegen können gut beobachtet werden und je nach Teleskop und Beobachtungsbedingungen wird auch die Granulation der Oberfläche sichtbar.

Sonnenfilter

Mittels geeigneter Filter kann man mit seinem Teleskop auch die Sonne im Weißlicht beobachten. Solche Filter bestehen üblicherweise aus Mylar-Folie oder speziell beschichtetem Glas. Die Folie oder die Gläser haben eine Durchlässigkeit von ND5, das heißt, nur 1/105, also 1/100.000 des Lichtes wird durchgelassen. Ausschließlich für Reflektor-Teleskope können auch die sogenannten Herschel-Keile verwendet werden.